Interkommunale Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen angeboten

Auf Einladung des CDU-Gemeindeverbandes Wurmberg besuchte der Pforzheimer Oberbürgermeister Peter Boch die Gemeinde Wurmberg und suchte den Austausch mit den zahlreichen Gästen im Sängerheim in Wurmberg.

Der Wurmberger CDU-Vorsitzende Gerhard Hermann begrüsste den Gast und erinnerte daran, dass dies wohl das erste Mal sei, dass ein Pforzheimer Oberbürgermeister zu einer Veranstaltung in den Nachbarort gekommen sei. Er bedankte sich hierfür und wünschte den zahlreichen Gästen einen interessanten und aufschlussreichen Abend. In seinem Grußwort begrüßte er ebenfalls den Wurmberger Bürgermeister Jörg Teply, dessen Amtsvorgänger Helmut Sickmüller, den Wimsheimer Bürgermeister Mario Weisbrich, den CDU-Landtagskandidaten Philippe A. Singer sowie Mitglieder des Gemeinderates aus Wurmberg und Pforzheim.

Zu Beginn seines Referates, welches unter dem Thema „Pforzheim und die Region im Blick“ stand ging Peter Boch auf die derzeit wichtigsten Themen ein. Er erinnerte daran, dass sowohl Pforzheim als auch Wurmberg beim anstehenden Autobahnausbau im Enztal vor besondere Herausforderungen stehen werden, zu deren Bewältigung eine intelligente Verkehrslenkung sinnvoll wäre. Er schlug daher vor, gemeinsam mit allen Nachbargemeinden ein Schreiben an den Landesverkehrsminister zu schicken, um für die vor kurzem verworfene Idee der intelligenten Stauanzeigen erneut zu werben.

Aber auch wenn der Autobahnausbau längst überfällig wird, um den steigenden Kraftfahrzeugverkehr, vor allem auch den Schwerlastverkehr zu bewältigen, wird nach Meinung Peter Bochs eine nachhaltige Verkehrswende notwendig sein, wenn nicht sogar eine umfassende Mobilitätswende. Peter Boch führte hierzu aus, dass der Ausbau und die Optimierung des ÖPNV, aber auch anderer Verkehrsträger in Pforzheim und in der Region notwendig ist. Man müsse hierbei auch über den Tellerrand schauen und sich fragen, wie der VPE mit den benachbarten Verkehrsverbünden KVV und VVS zukünftig eng kooperieren könne. Seiner Meinung nach endet der Verkehr nicht an Gemarkungsgrenzen. Eine Verkehrswende ist nur möglich, wenn man über diese hinausschaut und Verkehre und Verbindungen sinnvoll vernetzt. Gerade in der heutigen Zeit scheinen seinen Angaben zu Folge die hierfür notwendigen Finanzmittel verfügbar. Dies müsse man nutzen.

Neben diesen beiden Verkehrsthemen stand natürlich auch die gewerbliche Entwicklung Pforzheims im Mittelpunkt des Referats. Gerade das interkommunale Gewerbegebiet Ochsenwälde an der Ausfahrt Pforzheim-Süd stieß hierbei auf reges Interesse bei den rund 30 Zuhörern im Sängerheim. Peter Boch stellte den aktuellen Sachstand dar und erläuterte warum die Entscheidung ob man dem Gebiet Klapfenhardt oder Ochsenwäldle die gewerbliche Flächenentwicklung priorisiert vornehmen möchte, bisher noch nicht getroffen werden konnte. Die Erschließung beider Gebiete ist seinen Ausführungen zu Folge mit vielen Problemen aber auch Vorteilen verbunden. Eine Entscheidungsfindung wird nur mit Beteiligung aller Interessensgruppen und -verbänden zu treffen sein. Die entsprechenden Beteiligungsverfahren werden derzeit in die Wege geleitet. Letztendlich wird es aber in Pforzheim kaum ein besseres Gebiet als eines der beiden geben um den zukünftigen Flächenbedarf von rund 114 ha. zu decken, welcher für die Entwicklung nicht nur des Standortes Pforzheim, sondern auch der Region notwendig ist.

Neben dem Flächenangebot ist allerdings in der heutigen Zeit auch ein zunehmend größeres digitales Angebot notwendig. Der Breitbandausbau muss seinen Ausführungen zu folge weiter forciert werden, um als Standort attraktiver zu werden. Aber auch der Ausbau der digitalen Angebote der Verwaltung, welcher von der Bundesregierung vorgeschrieben wurde, ist zwingend geboten. Gerade letzterer wird aus Sicht des Pforzheimer Oberbürgermeisters die Verwaltungen stark fordern. Eine große Verwaltung wie Pforzheim wird dies zwar leichter aber auch nicht ohne Probleme realisieren können. Der Oberbürgermeister bot auch in diesem Punkt den umliegenden Gemeinden, wie bei anderen Punkten an diesem Abend auch, seine bzw. die Unterstützung Pforzheims bei der Bewältigung dieser und weiterer Aufgaben im Wege der interkommunalen Zusammenarbeit an. Er betonte hierbei, dass er diese Gespräche auf Augenhöhe auch mit den kleineren Kommunen führen möchte.

Zum Abschluss seines Referates betonte Peter Boch, dass ein starkes Oberzentrum auch ein starkes Umland und ein starkes Umland auch ein starkes Oberzentrum braucht. Beides ergänzt sich. Nur gemeinsam können eben viele Aufgaben erledigt und der positive Weg der letzten Jahre fortgesetzt werden. Ziel muss es sein, dass die Bürger der Region davon sprechen, dass Sie aus der Region Pforzheim stammen und nicht aus der Nähe von „Karlsruhe“.

Die anschließende Diskussions- und Fragerunde wurde von den Besuchern der Veranstaltung rege genutzt. Fragen zur aktuellen Situation rund um die Bäder, der Einkaufsstadt Pforzheim samt dem Factory-Outlet Center oder auch zu den bereits im Referat ausgeführten Themen wie Verkehr und ÖPNV wurden ausführlich hinterfragt und sehr informativ beantwortet. Der Oberbürgermeister nahm hierbei auch einige Vorschläge zur Kenntnis, welcher er in den Abwägungsprozess bei diversen Fragen einbeziehen wolle.

In seinem Schlusswort bedankte sich Gerhard Hermann für die sehr informativen Ausführungen des Oberbürgermeisters und überreichte ihm ein Weinpräsent. Er forderte den Oberbürgermeister auf, auch seine Wünsche an die Wurmberger zu richten, nachdem diese in den vergangenen zwei Stunden so viele an ihn und die Stadt Pforzheim gerichtet haben.

Peter Boch äußerte spontan nur einen Wunsch: „Ich würde gerne wiederkommen!“ Der Applaus der Zuhörer zeigte deutlich, dass dieser Wunsch auf Gegenseitigkeit beruht und insoweit gerne in der Zukunft erfüllt werden wird.

Der CDU-Ortsverband möchte sich auch auf diesem Wege bei Peter Boch und den zahlreichen Teilnehmer bedanken.

Berichterstattung in der PZ

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